Venezuela wird gerade von den USA bombardiert, Maduro wurde entführt. Was wir sehen, ist kein Einzelfall, sondern die brutale nackte Logik eines Imperialismus, der nicht einmal mehr vorgibt, humanitäre Ziele zu verfolgen.
Am Morgen des 3. Januar wurden mindestens 40 Menschen getötet. Hinzu kommen mindestens 115 getötete Menschen in 35 verschiedenen Angriffen seit September 2025.
Unter Trump nennt die US-Regierung die Dinge beim Namen: Statt Freiheit oder Demokratie nennt sie nun auch offen Öl, Rohstoffe und wirtschaftliche Kontrolle als Kriegsgründe. Es scheint, als hätten die USA fast aufgehört, ihre Machtpolitik mit moralischen Narrativen zu bemänteln.
Doch diese Eskalation kam nicht aus dem Nichts. Bereits im Dezember legte Trump den ideologischen Grundstein, indem er Fentanyl zur „Massenvernichtungswaffe“ erklärte. Diese Wortwahl war kein Zufall: Sie schuf einen Sicherheitsdiskurs, der Militäreinsätze unter dem Deckmantel des „Kampfes gegen Drogen“ rechtfertigen sollte. Was Kritiker damals warnten, ist nun brutale Realität: Der „Drogenkrieg“ dient als Tarnung für einen klassischen imperialen Raubzug um Ressourcen und geopolitischen Einfluss.
Besonders entlarvend ist die Reaktion Europas. Während man über die Ukraine von Völkerrecht und Zivilisationsbruch spricht, bleibt es bei US-Angriffen, genau wie beim Völkermrd Isrels, auffällig still. Dieselben Politiker, die Sanktionen fordern, wenn Russland handelt, wirken plötzlich kleinlaut oder gar unterstützend, wenn Washington mit einer US-Luftwaffen-“Spezialeinheit” wie “Night Stalkers” Regimechanges durchführt.
Für die Verbündeten der USA sind die vorgeschobenen Argumente von Demokratie und Menschenrechten, aber auch der “Kampf gegen Drogendealer” dennoch von zentraler Bedeutung und nicht zu unterschätzen. Die deutsche Regierung beispielsweise benötigt sie als Legitimation, um ihre Unterstützung der US-Politik vor der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen.
Solidarität mit Venezuela bedeutet heute mehr als nur Empörung. Es bedeutet, den Doppelstandard zu benennen, der unsere Außenpolitik prägt. Es bedeutet, sich klar gegen jede Form von Regime-Change-Politik zu stellen, ganz egal, von wem sie ausgeht. Und es bedeutet anzuerkennen, dass wahre Souveränität nur möglich ist, wenn wir uns von den wirtschaftlichen und militärischen Abhängigkeiten lösen, die solche Interventionen erst ermöglichen. Der Hauptfeind steht nicht in Caracas. Sondern in Washington, Berlin, Brüssel. Und sein nächstes Opfer könnte überall sein. Hoch die internationale Solidarität!
