Gaza brennt, HSU lädt ein: Die zynische Logik der „deutschen Staatsräson“

Seit über zwei Jahren erleben wir die permanente Entmenschlichung, die systematische Entwürdigung und das genozidale Vorgehen der israelischen Streitkräfte (IDF) gegen die palästinensische Bevölkerung. Während in Gaza Bomben fallen, Kinder in Trümmern verdursten und Krankenhäuser von Bulldozern zermalmt werden, macht die Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg genau das Gegenteil von dem, was eine Bildungsinstitution tun sollte: Sie lädt am 3. September 2025 Dr. Ofra Graicer, IDF Chief Instructor, als „Keynote Speakerin“ ein.

Diese Einladung ist eine Provokation. Sie ist ein Schlag ins Gesicht aller Opfer israelischer Kriegsverbrechen und aller, die sich für Gerechtigkeit einsetzen. Graicer ist keine neutrale Expertin. Sie ist eine Apologetin der Besatzung, die den 7. Oktober 2023 instrumentalisiert, um den anhaltenden Genozid in Gaza zu legitimieren. Sie verharmlost die tödliche Blockade seit 2006, indem sie ein eingesperrtes, ausgehungertes Volk zynisch als „Nation in Arms“ bezeichnet. Ihr Vortragstitel – „Extracting Order from Chaos“ – ist selbst schon eine militärische Propagandaformel, die suggeriert, dass aus dem von Israel geschaffenen Chaos durch noch mehr militärische Gewalt „Ordnung“ erzwungen werden kann.

Dies ist keine akademische Freiheit. Dies ist Komplizenschaft. Die deutsche Staatsräson zeigt hier ihr wahres Gesicht: Während palästinensische Stimmen systematisch kriminalisiert werden – sei es durch das brutale Auflösen des Palästina Kongresses 2024 in Berlin, sei es durch die Diffamierung von UN-Expertinnen wie Francesca Albanese –, wird der israelischen Militärmaschinerie Bühne und Mikrofon gereicht. Deutschland steht nicht zwischen den Fronten. Deutschland steht an der Seite der Täter, unterstützt eine Armee, die regelmäßig die Souveränität ihrer Nachbarn verletzt, und liefert weiterhin die Waffen für das Massengrab Gaza.

Die Universität verwandelt sich damit von einem Ort des kritischen Denkens in eine Agentin der Militärpropaganda. Sie normalisiert das Unnormale: dass eine Armee, die des Völkermords und zahlloser Kriegsverbrechen beschuldigt wird, als legitimer Gesprächspartner auf Augenhöhe behandelt wird. Diese Normalisierung ist der erste Schritt zur Akzeptanz. Sie ebnet den Weg für eine Gesellschaft, die ethnische Säuberungen, Besatzung und kollektive Bestrafung als bedauerliche, aber notwendige „Sicherheitsmaßnahmen“ ansieht.

Wir fragen: Wie soll unter solchen Umständen ein echter, freier Diskurs über Frieden und Gerechtigkeit möglich sein? Wie können wir Veränderung erreichen, wenn die Institutionen, die den zukünftigen staatlichen und militärischen Nachwuchs ausbilden, selbst die Sprache der Besatzer übernehmen?

Wir dulden das nicht. Wir dulden nicht, dass Henker zu Lehrmeistern gemacht werden. Wer Völkermord rechtfertigt, hat an einer Universität nichts verloren. Wer die Vernichtung eines Volkes als Sicherheitsstrategie verkauft, muss gestoppt werden – nicht eingeladen.

Gaza ist kein militärisches Ziel. Gaza ist ein Massengrab, und Deutschland ist mitverantwortlich für jeden weiteren Stein, der darauf gelegt wird. Diese Einladung ist kein Fehler. Sie ist eine bewusste Entscheidung für die Seite der Gewalt.

Deshalb rufen wir alle auf: Schweigen heißt mitzubomben. Reden heißt anklagen.

Widerstand ist unsere Pflicht.

Für eine Welt ohne Besatzung, ohne Völkermord, ohne Komplizenschaft.

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