Die Entführung Maduros und seiner Frau sowie die Bombardierung Venezuelas markieren den Ausgangspunkt einer neuen Episode offen auftretender US-imperialistischer Politik. Parallel dazu verschärfte das US-Regime die Sanktionen gegenüber Kuba und schnitt die Insel faktisch von der Energieversorgung ab.
Die gegenwärtige Energiekrise ist kein „Marktversagen“, sondern das direkte Resultat einer ökonomischen Kriegsführung. Indem lebenswichtige Treibstoffimporte blockiert und Drittstaaten mit Strafmaßnahmen bedroht werden, wird die materielle Grundlage gesellschaftlicher Reproduktion angegriffen. Energie ist das Fundament von Stromversorgung, Transport, Landwirtschaft und Gesundheitswesen. Wenn der Treibstoff fehlt, werden Blackouts zur Normalität, Produktion bricht ein, Versorgungsketten reißen und die arbeitende Bevölkerung trägt die Last.
Seit Jahrzehnten verurteilt die UN-Generalversammlung mit überwältigender Mehrheit das US-Embargo. Doch die Resolutionen bleiben unverbindlich und wirkungslos. Die fortgesetzte Blockade zeigt, dass internationales Recht dort endet, wo hegemoniale Interessen beginnen.
In Kuba beobachten wir derzeit keinen diplomatischer Streit, sondern die systematische Zerstörung der Lebensgrundlage einer Bevölkerung. Sanktionen dienen seit Jahrzehnten als Instrument, um ein Land politisch zu disziplinieren, indem seine Lebensgrundlagen destabilisiert werden. Im Zentrum unserer Kritik stehen nicht Tourismus oder gestrandete Deutsche, sondern das Recht eines Volkes, ohne äußere Erdrosselung über seine eigene Geschichte zu entscheiden.
